013 Glaube nicht alles was du denkst

Gedanken

Heute möchte ich gerne mit dir über deine Gedanken sprechen und darüber, wieviel du ihnen glauben darfst.

Nun wirst du denken: „Ja nun, das sind meine Gedanken… natürlich glaube ich die!“ Aber schauen wir doch mal, ob du am Ende dieses Artikels noch immer so denkst.

Hierzu möchte ich erwähnen, dass wenn ich von Gedanken spreche, ich damit nicht nur die unausgesprochenen Worte, sondern auch die Bilder in deinem Kopf und die Emotionen, die du fühlst meine. Denn sie haben ihren Ursprung in deinen Gedanken.

Wir glauben, dass unsere Gedanken der Wahrheit entsprechen. Doch ich behaupte: weit gefehlt.

Nehmen wir mal folgendes Beispiel: deine Freundin wollte sich diese Woche noch telefonisch bei dir melden. Jetzt ist bereits Sonntagabend und du hast immer noch nichts von ihr gehört. Was sind nun deine Gedanken? Vielleicht denkst du: „Hab ich was falsch gemacht? Sie scheint wegen irgendwas sauer zu sein.“ und du fühlst dich vielleicht schuldig, enttäuscht oder sogar verärgert.

Du könntest auch denken: „Oh Gott, vielleicht ist ihr was passiert!“… und malst dir in deinen Gedanken nun ein Horrorszenario nach dem anderen aus.

Wenn du dich jetzt dazu durchringst, sie anzurufen, könnte folgendes geschehen: sie hat es einfach vergessen! – Oder ihr kamen weitere Termine dazwischen, so dass sie es einfach nicht geschafft hat.

Nehmen wir noch ein anschaulicheres Beispiel:

du möchtest eine Gehaltserhöhung, da du seit Monaten immer mehr Aufgaben zugeteilt bekommst. Nun liegst du abends im Bett und deine Gedanken geben Gas: „Der Chef wird mich auslachen!“, „Er wird verärgert sein:“, „Er wirft mir bestimmt vor, dass ich vor einem halben Jahr den Abgabetermin nicht einhalten konnte“. Dein Verstand wird dir nun suggerieren, dass es Widerstände gibt – das ist völlig normal, denn vor solch einem Gespräch wird wohl jede von uns aufgeregt und vielleicht sogar verängstigt sein. Du beginnst in Gedanken, dir Argumente und Rechtfertigungen bereit zu legen und schlitterst immer mehr in die Abwärtsspirale. Du denkst bereits über die Konsequenzen nach, wenn du diese Gehaltserhöhung NICHT bekommst.

Das Resultat wird sein, dass du in der Nacht kein Auge zubekommst und am nächsten Morgen völlig übermüdet, unsicher und auch schon mit einer gewissen Abwehrhaltung zu diesem Gespräch erscheinst.

Dein Herz rast, die Hände schwitzen und du sitzt deinem Chef gegenüber. Endlich ringst du dich durch und fragst nach der Gehaltserhöhung. Da deine Gedanken jedoch bereits darauf programmiert sind, dass du sie NICHT bekommst, beginnst du auch gleich, dich für diese „Forderung“ zu rechtfertigen. Und nun unterbricht dich dein Chef und sagt: „Frau …., ich denke auch, dass es an der Zeit ist, ihre Arbeit mehr wertzuschätzen!“ Und jetzt?

Du bzw. deine Gedanken haben dich stundenlang fertig gemacht für NICHTS!

Marc Twain sagte einmal: „Ich hatte mein ganzes Leben viele Probleme und Sorgen. Die meisten von ihnen sind niemals eingetreten.“

Lass dieses Zitat mal kurz auf dich wirken….

Das, meine Liebe, ist es, was Gedanken mit uns machen. Wir haben Angst, machen uns Sorgen, stellen uns die schlimmsten Dinge vor. Ich glaube, das kennst du bestimmt. Doch sei mal ehrlich? Wie oft ist dieser Worst Case denn wirklich eingetreten?

Unsere Gedanken werden von unseren Erfahrungen, unseren Glaubenssätzen und dem, was wir bereits in der Kindheit vermittelt bekamen beeinflusst – ständig.

Somit sind unsere Gedanken nicht mehr als unser subjektives Empfinden, und haben mit der Realität oft nichts zu tun.

Nun gut, wirst du jetzt vielleicht denken… so denke ich nun mal. Doch mit dieser Einstellung machst du dir das Leben selber schwer. Ich möchte dir gerne noch etwas mehr zu diesem Thema erzählen.

Stell dir zwei Kinder vor. Das erste Kind hat das Glück, sehr verständnisvolle Eltern zu haben. Sie akzeptieren, dass ihr Kind sich mit der Schule schwertut. Stundenlang stillzusitzen widerspricht nun einmal der Natur eines Kindes. Selbst auf schlechte Noten reagieren die Eltern nur rudimentär. Sie vertrauen darauf, dass ihr Kind, wenn es so weit ist, sich auch in der Schule bzw. im Leben zurecht finden wird. Dieses Kind bekommt von seinen Eltern immer wieder seine Stärken vor Augen gehalten und das Gefühl vermittelt, dass es in Ordnung ist.

Nun nehmen wir Kind Nummer 2. Ehrgeizige Eltern, die nur das Beste für ihr Kind wollen. Auch dieses Kind tut sich schwer in der Schule und lässt sich leicht ablenken. Die Eltern werden es kritisieren – nicht, weil sie boshaft sind – sondern weil sie es nicht besser wissen. Spätestens bei der 2. oder 3. schlechten Note werden sie ihr Kind mit Aussagen wie: „bist du denn für gar nichts zu gebrauchen?“ oder „das darf doch nicht wahr sein. Was soll denn aus dir werden?“ überfallen.

Nun stell dir die beiden Kinder als erwachsene Frauen vor. Was glaubst du, wer von den beiden an der kleinsten Herausforderung scheitert? Immer mehr an sich selbst zweifelt und sich letztlich gar nichts mehr zutraut und wer diejenige ist, die vor keiner Aufgabe zurückschreckt? Für die selbst ein Scheitern nicht mehr sein wird, als etwas, das passieren kann und sie dann gleich nochmal versucht?

Und was glaubst du, wer von den beiden erfolgreich, selbstbewusst und glücklich ist – und wer ein eher bescheidenes, langweiliges und unentspanntest Leben lebt?

Das heißt also, dass unsere Gedanken nicht nur dafür verantwortlich sind, wie wir uns fühlen, sondern dass wir mit unseren Gedanken auch unsere Realität erschaffen.

Das, was du denkst, erschaffst du.

Und so erschreckend sich das im ersten Moment anhört, es ist ein großartiges Geschenk!

Das heißt nämlich, dass DU Einfluss auf dein Leben und dein Umfeld hast.

Was denkst du, mit welcher Person du dich mit Abstand am meisten unterhältst?

Wenn du nicht gerade Nachrichtensprecherin oder Moderatorin bist, dann bist das wahrscheinlich du selbst.

Deine Gedanken sind also nichts anderes, als Gespräche, die du mit dir selbst führst.

Und die Art und Weise, wie du mit dir selbst sprichst und welche Filme du in deinem Kopf ablaufen lässt, spiegeln dein Leben wider.

Deine Gedanken bestimmen somit, wie du dich selbst wahrnimmst und wie dein Leben verläuft. Sprich, wenn du deine Gedanken dir selbst gegenüber veränderst – sagen wir mal, du denkst ab sofort nur noch liebevoll über dich selbst – dann wirst du auch liebevolle Resultate in dein Leben ziehen.

Natürlich ist das nicht ganz so einfach, immerhin denken wir ca. 60.000 Gedanken pro Tag, davon schätzungsweise 95% UNBEWUSST. Unsere Gedanken laufen im Hintergrund, ohne dass wir sie überhaupt wahrnehmen. Umso wichtiger ist es, hier ganz besonders achtsam zu sein.

Wir können zwar nicht wirklich unsere Gedanken abschalten, jedoch können wir lernen, bewusst und achtsam mit ihnen umzugehen. Entweder lassen wir unsere Gedanken komplett unkontrolliert von der Leine und sie irgendwo weit entfernt von unserer Aufmerksamkeit ihr Unwesen treiben. Das führt dann dazu, dass wir uns ständig wundern, wieso wir so ängstlich, wütend oder schüchtern sind.

Oder aber wir entscheiden uns, unseren Gedanken unsere volle Aufmerksamkeit zu schenken und sie zu beobachten.

Das hilft zwar auch nicht dabei, unsere Gedanken abzuschalten, jedoch können wir so viel effektiver mit ihnen umgehen. Dazu gilt es, unsere Bewusstheit zu stärken und eine etwas andere Herangehensweise zu wählen. Wir nehmen jetzt nämlich die Beobachterrolle ein, anstatt uns komplett mit unseren Gedanken zu identifizieren.

Sich mit deinen Gedanken zu identifizieren verursacht wirklich Leiden, innere Konflikte, Selbstwertprobleme und Probleme mit deinen Mitmenschen.

Wenn du dich für das, was du glaubst und denkst, hältst und dich mit deinem Verstand und deinen Gedanken identifizierst, dann bleibst du ein Gefangener deines zwanghaften Denkens. Du lässt dich von ihnen beherrschen und benutzen und Du leidest, weil du dir einredest, etwas zu sein, was du in Wahrheit nicht bist.

Dann wirst du immer glauben, du seist zu dick, zu dünn, zu dumm, zu schüchtern oder du kannst nicht schlafen oder bist zu krank. Dadurch machst du dich damit selbst zum Opfer.

Ich weiß, dass es schwer ist, sich nicht mit seinen Gedanken zu identifizieren, schließlich haben wir uns jahrelang darauf trainiert und uns selbst zu dem gemacht, was wir von uns glauben. Aber wir haben uns dadurch auch das Leben sehr viel schwerer gemacht und uns mit Gedanken belastet, die uns nicht gut tun. Wenn du Gedanken als Gedanken erkennst, denen du nicht glauben musst, kannst du viel gelassener werden und spüren, was frei sein wirklich bedeutet.

Ich möchte nicht vergessen, die Vorzüge unseres Verstandes zu erwähnen. Er warnt uns bspw. vor Gefahr und will ganz sicher nur das beste für uns. Aber wurde er einmal mit einem negativen Erlebnis konfrontiert, wird er dir bei jeder weiteren kleinsten Herausforderung suggerieren: Achtung, Gefahr!

Der Verstand ist ein hervorragendes Instrument, wenn du ihn richtig benutzt. Bei falschem Gebrauch kann er jedoch sehr destruktiv werden. Genauer gesagt ist es nicht so, dass du deinen Verstand falsch gebrauchst – du gebrauchst ihn normalerweise überhaupt nicht. Er gebraucht dich. Du hältst dich für deinen Verstand. Und das ist eine Wahnidee. Denn dann verleihst du ihm uneingeschränkte Macht über dich.

Er ist wie eine überbesorgte Helikopter-Mutter, die uns am liebsten in Watte packen würde, um uns vor allem „Schlechten“ zu bewahren. Doch können wir wachsen und uns entwickeln, wenn wir nicht auch gewisse Hürden in unserem Leben meistern? Und dürfen wir uns nicht auch ein wenig Mut und Entschlossenheit zugestehen?

Was kannst du also tun?

Als ersten Schritt empfehle ich für dein eigenes Wohlbefinden, deine Gedanken auf Wahrheit und Realität zu überprüfen.

Wenn Du Dir über irgendwas Sorgen machst und Dir den Kopf zerbrichst, dann überprüfe deine Gedanken auf ihren Wahrheitsgehalt bevor du sie wirklich glaubst. Im Umgang mit anderen Menschen könntest du diese bspw. einfach fragen und das könnte so aussehen:

  • „Du, ich habe das Gefühl, du bist sauer auf mich – stimmt das?“
  • „Ich hatte gestern das Gefühl, dass Sie mit meiner Arbeit nicht zufrieden waren, ist das richtig oder täusche ich mich?“
  • „Du warst während des Essens so still. Hat es dir nicht geschmeckt?“

Du wirst absolut überrascht sein, wie oft deine Gedanken nichts mit der Realität zu tun haben, und dein Gegenüber dich mit großen Augen anschaut und sich denkt „Wovon redet die?“. Alleine die Wahrheitsüberprüfung bringt schon viel Erleichterung und verhindert Missverständnisse.

Ich empfehle dir, sehr achtsam und vorsichtig mit deinen Gedanken umzugehen, weil sie nicht nur deine Stimmung, sondern auch – wie schon erwähnt – deine Realität erschaffen.

Wenn Du merkst, dass du einen Gedanken hast, bei dem du dich unwohl fühlst, hinterfrage ihn, und vor allem überlege Dir, ob es nicht einen besseren Alternativgedanken gäbe, mit dem es Dir besser ginge.

Anstelle von „Ich bin so gestresst“ ein „Ich bin ruhig und gelassen“.

Oder statt: „Ich schaff das nicht“ ein „Das hab ich zwar noch nie gemacht aber das wird sicher spannend.“

Meditation eignet sich übrigens wunderbar, um deine Achtsamkeit zu schulen und zu lernen, deine Gedanken von außen zu betrachten.

Deine Gedanken werden kommen und gehen. Ob sie bleiben, entscheidest allein du.

Sooo, nun weißt du bereits einiges über die Macht der Gedanken. Aber was stellst du jetzt damit an?

Ich erkläre dir hier kurz die sogenannt Reframing-Methode und in meinem nächsten Artikel „Raus aus der Grübelfalle“ gehe ich dann noch genauer darauf ein, wie du deine negativen Gedanken transformieren kannst und gebe dir weitere persönliche Tipps.

Los geht’s!

Die 4-Schritte-Technik um negative Gedanken mit Hilfe von Reframing zu loszuwerden:

  • Schritt 1: Mache dir deinen negativen Gedanken bzw. limitierenden Glaubenssatz bewusster: Beobachte genauer, wie er da ist und versucht Energie & Kontrolle über deinen Verstand und dein Bewusstsein zu gewinnen. Bspw.: „Ich bin nicht gut genug!“. Lies hier auch gerne meinen Artikel „15 Tipps um Selbstliebe zu praktizieren“.
  • Schritt 2: Hinterfrage deinen Gedanken bzw. den Glaubenssatz: Überprüfe, ob dir dieser Gedanke überhaupt hilfreich ist oder dich nicht vielleicht doch ausbremst und limitiert. Sei hier so kritisch wie möglich und lasse dich nicht von deinem inneren Kritiker einschüchtern oder schnell überzeugen. Frag dich an dieser Stelle auch, wie du dich fühlen und handeln würdest, wenn du diesen Gedanken nicht hättest?
  • Schritt 3: Finde einen alternativen Gedanken (Ersatzgedanken), der dir Energie und Motivation verleiht, anstatt dich zu behindern. Bspw.: „Ich werde an mir und meinen Zielen arbeiten und so jeden Tag ein kleines bisschen besser werden!“
  • Schritt 4: Handle nach diesem alternativen/positiven Gedanken im Alltag: Schreibe dir dein neues, positiveres Mantra auf, häng es auf und wiederhole es hin und wieder gedanklich und auch laut. Und wenn sich die Situation ergibt, in der dieser neue Gedanke sozusagen auf die Probe gestellt wird, handle danach, um so die positive Denkveränderung auch an dein Unterbewusstsein weiterzuleiten.

Es macht einen großen Unterschied, was du denkst und vor allem, WIE du über DICH denkst. Nur du hast es in der Hand. Nutze dieses wirklich machtvolle Instrument um dein Leben in die Richtung zu lenken, die du dir wünschst.

Ich wünsche dir gutes Gelingen!

Das war´s für heute von „Lust, dich selbst wieder wachzuküssen?“, dem Blog für mutige Frauen. Ich hoffe, dass dich diese Tipps auf deiner Reise zu dir selbst unterstützen.

Wenn du dich alleine zu unsicher fühlst, buche ein kostenloses Erstgespräch und abonniere auch meinen Newsletter. Hier findest du immer wieder wertvolle Tipps und Denkansätze.

Lass mir gerne einen Kommentar da und/oder teile diesen Artikel mit Menschen, die ihn vielleicht auch brauchen können.

Ich wünsche dir einen zauberhaften und leichten Tag und freue mich auf dich im nächsten Artikel „Raus aus der Grübelfalle“.


Alles Liebe,

deine Iris

Iris Noll Female Empowerment Coach
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