008 Das gehört sich doch nicht… Warum es dich weiterbringt, die Regeln zu brechen

Warum es sich lohnt, Regeln zu brechen

Regeln zu brechen und Grenzen zu überwinden ist ein fantastischer Weg, neue Möglichkeiten zu schaffen.

Diese Aussage zaubert den Abenteuerlustigen unter uns ein Funkeln in die Augen. Diese Menschen betreten gerne neue Wege und scheuen sich nicht vor Veränderung – auch wenn sie dabei ab und in einer Sackgasse landen. Die eher Zaghaften hingegen wägen erst einmal sorgfältig ab, ob und wann sie ihre Komfortzone und die ihnen bekannte und gewohnte Welt verlassen möchten. Der Gedanke allerdings, die Life-Balance mit unorthodoxen Mitteln und Wegen auf den Kopf zu stellen, schlummert dennoch in den meisten Menschen.

Sind wir mal ehrlich: wir pinnen uns Postkarten mit „Sei Pippi, nicht Annika“, „Sei frech, wild und wunderbar“ und ähnlich rebellierenden Sprüchen an den Kühlschrank und fühlen uns dabei so unglaublich verwegen. Wären wir nicht alle gerne eine Pippi: frei, unabhängig und mit eigener Moral? Das tun, wonach uns gerade der Sinn steht?

Aber STOP: das gehört sich doch nicht!

Kaum erblüht das Mut-Gen in uns, hält der Verstand auch schon dagegen.

  • Mit 50 einen Minirock tragen – das gehört sich doch nicht.
  • Nackt am Strand baden – das gehört sich doch nicht.
  • Den Kindern auf der Hüpfburg Gesellschaft leisten – das gehört sich doch nicht.
  • Meinen Mann sagen, dass der Blümchensex langweilig ist – das gehört sich doch nicht.
  • Der Frau auf der anderen Straßenseite ein Kompliment für ihre geile Jacke machen – das gehört sich doch nicht.
  • Alleine in eine Bar gehen und den Abend genießen – das gehört sich doch nicht.
  • Sich auf einem Sexportal registrieren – das gehört sich doch nicht.
  • Sich mit seinen Erfolgen brüsten – das gehört sich doch nicht.
  • Sich für den Job in der Führungsetage bewerben – das gehört sich doch nicht.

Die Liste könnte ich endlos weiterführen…!

Wir Frauen tendieren dazu, viel zu viel Zeit mit Grübeln zu verbringen – statt einfach zu tun. Die Frage, was die anderen wohl von uns halten, nimmt überdimensionalen Raum in unserem Sein ein.

Dabei dürfen wir uns vor Augen halten, dass soziale Normen nichts Festgeschriebenes sind, sondern lediglich gesellschaftlich erwartete Verhaltensweisen.

Letztlich wissen wir, was sich gehört: wir benehmen uns im Restaurant, drängeln uns in der Warteschlange nicht vor und schubsen die Omi nicht vor die Straßenbahn.

Doch den meisten Regeln beugen wir uns nur deshalb, weil es eben so üblich ist.

Dabei hinterfragen wir nicht, wer diese Regeln überhaupt aufgestellt hat. Aus welch grauer Vorzeit sie stammen. Ob sie uns in unserer heutigen Zeit überhaupt noch dienlich sind.

Frauen, die sich nehmen, was sie wollen, faszinieren uns zweifelsfrei. Gleichzeitig fürchten wir uns selbst davor, eigensinnig, kühn und vielleicht manchmal auch egoistisch zu sein – und schwenken stattdessen lieber das Fähnchen der Tugendhaftigkeit.

Und wer sich die Freiheit nimmt, auf diese gesellschaftlichen Normen und Reaktionen anderer zu pfeifen, der erregt Missgunst und wird sanktioniert.

Fakt ist: je mehr Kanten du hast, desto mehr eckst du an.

Je mehr wir unserer Persönlichkeit und unserer Individualität Ausdruck verleihen, desto mehr Kritik ernten wir und desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass andere uns nicht mehr mögen.

In ihrem Buch „Eigensinn. Die starke Strategie gegen Burn­out und De­pression – für ein selbstbestimmtes Leben“ formuliert Diplompsycholo­gin Ursula Nuber die „Grundrechte des Eigensinns“ so:

  • Ich habe das Recht, meine Stimme zu erheben. Ich schweige nicht aus Rücksicht auf an­dere, um sie nicht zu irritieren oder ihre Gefühle zu verletzen.
  • Ich habe das Recht, nicht nett zu sein. Denn mir ist bewusst, dass Nettigkeit keine Garantie dafür ist, dass andere ebenfalls nett, fair und respektvoll sind.
  • Ich habe das Recht, auf mich selbst stolz zu sein – und das auch zu zeigen. Ich mache mich nicht kleiner, nur damit andere sich in meiner Gegenwart größer fühlen können.
  • Ich habe das Recht, die Erwartungen, die an mich gestellt werden, zu prüfen: Welchen Preis muss ich dafür bezah­len? Ist mir der Preis zu hoch? Wenn eine Forderung für mich keinen Sinn ergibt, schützt der Eigensinn meine Integrität und bewahrt mich vor Fremdbestimmung.
  • Ich habe das Recht, mit mir zufrieden zu sein und mich Selbstverbesserungsvorschlägen zu entziehen. ‚Gut‘ ist für mich ‚gut genug‘. Ich sorge dafür, dass ich nicht Opfer fremder Maßstäbe wer­de.
  • Ich habe das Recht, ‚anders‘ zu sein. Wenn ich meine eigene Wahr­heit lebe, bedeutet das unter Umstän­den, dass ich nicht mit dem Strom schwimme. Aber als eigensinniger Mensch habe ich Vergnügen an der Andersartigkeit.“

Wenn man so lebt, schreibt Gruber, läuft man nicht Gefahr, depressiv oder eine Burn­out­-Patientin zu werden. Im Gegenteil: Man reift zur Per­sönlichkeit, einem Menschen mit Ecken und Kanten, der gerade des­halb „von anderen respektiert und wertgeschätzt wird“.

Ich habe das Recht, ‚anders‘ zu sein. Als eigensinniger Mensch habe ich Vergnügen an der Andersartigkeit – Ursula Nuber

Was bringt uns also ein Leben im „Das gehört sich doch nicht“-Modus?

Regeln haben zwei Gesichter. Sie geben uns einen regelmäßigen Ablauf vor, dem wir bedenkenlos immer wieder folgen. Der Kopf läuft dabei im Autopilot-Modus. Wir befinden uns in der Routine und fühlen uns sicher. Doch selbst die sinnvollste und effizienteste Routine hat einen Hang zu geistiger Trägheit. Außerdem wiegen sie uns in Sicherheit. Wir ecken nicht an und fallen nicht auf. Bequem, nicht wahr?

Dennoch: wenn Menschen wie Steve Jobs, Albert Einstein, Harland D. Sanders, die Gebrüder Wright und viele andere keine Regeln gebrochen und Dinge einfach anders gemacht hätten, würden wir heute vermutlich noch in Höhlen leben.

Dies zeigt uns, dass die „Das gehört sich doch nicht“-Regel nichts anderes als eine imaginäre Grenze in unserem Kopf ist.

Was braucht es also, um Grenzen zu überwinden? Was du definitiv nicht brauchst, ist dein Verstand. Ja, du liest richtig. Er bremst dich gerne aus, indem er dir sagt: „Das kannst du nicht machen. Das gehört sich doch nicht“ Lass dich davon nicht aufhalten.

Deine mentalen Limits kannst du nur überwinden, wenn du Regeln hinterfragst. Das Leben hält so viel mehr für dich bereit.

Hier fünf Tipps, wie es dir gelingt, Grenzen erfolgreich hinter dir zu lassen und Regeln zu brechen:

1. Hinterfrage Regeln

Die meisten Menschen befolgen Regeln und nehmen Grenzen als gegeben hin, einfach nur deshalb, weil es sie gibt.

Hinterfrage Vorschriften und Regeln und überlege, welchen Nutzen es für dich und für andere hat, diesen Erwartungen Folge zu leisten. Natürlich sorgen Regeln für Ordnung und das ist in vielen Bereichen wichtig.

Die andere Seite ist jedoch, dass diese Strukturen auch Begrenzungen mit sich bringen.

Übe doch mal für den Anfang, kleine Grenzen zu überwinden. Laufe über einen Rasen, auf dem ein „Betreten verboten“-Schild steht. Oder mache einem wildfremden Menschen ein Kompliment. Und dann steigere dich. Denn was dir im Kleinen gelingt, gelingt dir auch im Großen.

2. Lass dich nicht einschüchtern

Wenn du dich schlecht behandelt fühlst, halte dagegen und scheue nicht die Konfrontation! Entschuldige dich nicht, wenn es für dich nichts gibt, das du entschuldigen musst. Verbanne den Satz „Das gehört sich doch nicht / das tut man doch nicht“ aus deinen Gedanken. Denn er begrenzt dich mental.

Auch wenn es dich Überwindung kostet: Gewöhne dir an, Stellung zu beziehen und eigene Grenzen zu setzen.

3. Grenze dich ab

Die Fähigkeit zur eigenen Abgrenzung ist extrem wichtig. Auch wenn es paradox klingt, so ist sie doch die Voraussetzung dafür, dass du selbst Grenzen überwindest. Indem du eine Grenze setzt, überwindest du eine andere: nämlich die der Erwartung, „Ja“ zu sagen oder die Erwartung, einen Missstand nicht anzusprechen.

4. Keine Angst vor Experten

Es gibt Experten, wie Sand am mehr. Viele davon sind „selbsternannte“ Experten. Lass dich von deren Meinungen nicht einschüchtern. Frage dich, woher diese Menschen die Kompetenz besitzen, Regeln aufzustellen. Vertraue deinem Bauchgefühl und wirf diesen mentalen Bullshit über Bord.

5. Pfeife auf gesellschaftliche Konventionen

Mit 50 Jahren noch ein Unternehmen gründen? Noch einmal etwas gänzlich Neues ausprobieren? Mit 70 ein erstes Tattoo stechen lassen? Warum nicht? Es ist nie zu spät.

Spüre in dich hinein; fühle, was du brauchst, was du dir wünschst und was dir wichtig ist. Und dann setze es um, brich Regeln und überwinde Grenzen. Sei offen und erkenne die Vielzahl von Möglichkeiten, die abseits der ausgelatschten Wege nur darauf warten, von dir entdeckt zu werden. Ver-rücke deine Perspektiven und Überzeugungen – und du wirst erstaunt sein, wie viel dein Leben dir zu bieten hat.

Entscheidend ist, dass du die Entscheidung für dich und dein Leben triffst, deinen Mut aufraffst und den ersten Schritt gehst.

Es ist an der Zeit, dass du all die gut gemeinten Ratschläge abschüttelst und deinen Weg gehst – auch wenn du noch nicht genau weißt, wie dieser aussieht.

Mädels, die Zeit ist reif für Veränderungen. Es gibt viel zu viel Routine, zu viel Alltagsgrau, zu wenig ICH und zu wenig Lebensfreude: warum nicht einfach aus der Reihe tanzen und die Welt auf den Kopf stellen?

Eigensinnig lebt es sich viel leichter, glücklicher und gesünder!

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Das war´s für heute von „Lust, dich selbst wieder wachzuküssen?“, dem Blog für mutige Frauen. Ich hoffe, ich konnte dich dazu anregen, zukünftig die ein oder andere Regel zu brechen und dir damit mehr Leichtigkeit und Freude zu erlauben.

Lass mir gerne einen Kommentar da und/oder teile diesen Artikel.

Ich wünsche dir einen zauberhaften und leichten Tag und freue mich auf dich im nächsten Artikel „Wie redest du mit dir – was die eigene Kommunikation mit dir macht“.


Alles Liebe,

deine Iris

Iris Noll Female Empowerment Coach
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